The Biggest Fleet 2024

Andere Märkte = andere Nutzung von Robotik

3. Dezember 2024

Andere Märkte = andere Nutzung von Robotik
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Die Entwicklung der Reinigungsrobotik verlief in den letzten Jahren weltweit unterschiedlich, geprägt von den spezifischen Anforderungen regionaler Märkte. Unser Ranking der Flottenbetreiber zeigt zudem, dass sich die Märkte in Nordamerika, Europa und Asien in ihrer Nutzung von Robotik mitunter erheblich unterscheiden. Wir beleuchten die Herausforderungen und Chancen, die sich daraus für Flottenbetreiber ergeben, sowie die langfristigen Implikationen dieser Unterschiede für die Branche.

Nordamerika: große Maschinen für große Flächen

In Nordamerika dominieren großflächige Einzelhandelsformate wie Supermärkte und Malls. Diese erfordern Reinigungsroboter, die auf große, oft steinerne Bodenflächen spezialisiert sind. Autonome Aufsitzmaschinen, wie sie aus der Zusammenarbeit von Braincorp und Tennant hervorgehen, sind hier prototypisch. Die Anforderungen an die Maschinen sind hoch: Sie müssen robuste Leistung und einfache Bedienung verbinden, da sie häufig in gewerblichen Vorortumgebungen eingesetzt werden.

Europa: segmentierte Anforderungen

Europa zeigt eine breitere Segmentierung der Märkte. Mittelgroße Einzelhandelsflächen und Bürogebäude dominieren Kontinentaleuropa, während die Hotellerie besonders die UK prägt. Für mittelgroße Einzelhandelsflächen werden oft Scheuersaugmaschinen eingesetzt, während für die Büroreinigung besonders Teppichreinigung und Nasssaugen gefragt sind. In der UK-Hotellerie hingegen setzt sich zunehmend der „Drop-and-go"-Ansatz durch: einfache, kosteneffiziente Microbots zur Unterstützung des Reinigungspersonals.

Asien: ein wachsender, diversifizierter Markt

Asien, besonders China, ist für seine Innovationskraft in der Lieferrobotik bekannt. Reinigungsroboter haben hier hingegen noch Wachstumspotenzial, besonders in Schwellenmärkten wie kleinen Convenience-Stores oder Flughäfen.

In Singapur wird die Automatisierung von Reinigungsdiensten, z. B. am Changi Airport, durch staatliche Förderung vorangetrieben. (Foto: mrsiraphol freepik.com)
In Singapur wird die Automatisierung von Reinigungsdiensten, z. B. am Changi Airport, durch staatliche Förderung vorangetrieben. (Foto: mrsiraphol freepik.com)

In Südostasien, mit Ländern wie Singapur und Thailand, fördern staatliche Subventionen die Robotik, was darauf hindeutet, dass wir eine dynamische Entwicklung in Hospitality und kleinformatigem Einzelhandel erwarten können.

Herausforderungen für Flottenbetreiber

1. Prozessanforderungen und technische Vielfalt

Die unterschiedlichen Marktanforderungen verlangen von Flottenbetreibern ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Strategien. Während die Prozesse für großflächige Reinigungsmaschinen in Nordamerika erst etabliert werden müssen, erfordern kleinere Geräte in Europa oder Asien ein weniger technisches, dafür stärker logistikorientiertes Management. Flottenmanager müssen ihre Prozesse anpassen, um die Komplexität verschiedener Roboterlösungen zu beherrschen.

2. Skalierbarkeit und Marktvielfalt

Eine zentrale Herausforderung ist, ob Flottenbetreiber global agieren können oder auf regionale Märkte beschränkt sind. Unterschiede bei Reinigungsanforderungen, kultureller Akzeptanz und Geschäftsmodellen erschweren eine einheitliche Strategie. Regionen mit klaren Schwerpunkten, etwa die UK mit ihrem arbeitsbezogenen Fokus auf die Hotellerie, könnten sich stärker auf lokale Anbieter stützen. Zugleich könnte in anderen Regionen die Konzentration auf große Hersteller Flottenbetreiber langfristig skalierbarer machen.

3. Partnerschaften sind entscheidend

Lokale Akteure spielen eine entscheidende Rolle für den erfolgreichen Betrieb von Flotten. Sie liefern Marktkenntnis, die für die Auswahl und Implementierung der richtigen Roboter sowie für die logistische Infrastruktur für Wartung und Betrieb unerlässlich ist. Der Zugang zu erfahrenen Partnern ist ein Wettbewerbsvorteil, besonders in Regionen mit komplexen oder heterogenen Märkten.

Unser Fazit

Die Automatisierung der Reinigung wird noch selten global gedacht. Wie schon in der Vergangenheit sind Dienstleister mit wenigen Ausnahmen stark auf ihre Heimatmärkte ausgerichtet – und oft nur in Ländern vertreten, in denen dieselbe Sprache gesprochen wird. Entsprechend gelten auch die aktuellen Grenzen der Reinigungsrobotik. Verschiedene Märkte haben verschiedene bevorzugte Einsatzformen für Robotik. Sie liefert in den jeweiligen Nischen bereits zuverlässige Ergebnisse mit Kostenvorteil. Globale Flottenbetreiber müssen diese Vielfalt erkennen und strategisch nutzen, um in etablierten wie in aufstrebenden Märkten erfolgreich zu sein. Partnerschaften, Marktkenntnis und eine klare Differenzierung der Anwendungsfälle werden die entscheidenden Faktoren sein, um die komplexen Anforderungen der verschiedenen Märkte zu meistern. Ob globale Standardisierung möglich oder überhaupt notwendig ist, bleibt jedoch eine offene Frage, die die weitere Entwicklung der Branche prägen wird.

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