3. Dezember 2025

Dieser Artikel ist Teil der Ergebnisse von The Biggest Fleet 2025.
Der Einzelhandel hat sich weltweit als der wichtigste einzelne Treiber der Reinigungsroboter-Adoption herauskristallisiert. Kein anderer Sektor verbindet standardisierte Layouts, hohe Frequenz und messbaren Return on Investment in vergleichbarer Weise.
Das Ranking Biggest Fleet 2025 bestätigt dies: Walmart, QuikTrip, Sam's Club, Denner und ROSSMANN gehören alle zu den zehn größten globalen Betreibern robotergestützter Reinigungsflotten. Zusammen stehen sie nicht nur für Größe, sondern auch für regionale Vielfalt – von amerikanischen Verbrauchermärkten bis zu europäischen Discount- und Drogerieketten. Ihre Entwicklung im Vergleich zum Ranking 2024 zeigt, wie der Einzelhandel die Robotik-Adoption über jeden großen Markt hinweg prägt.
Der US-Markt bevorzugt Größe. Walmart (#1) und Sam's Club (#4), eine Walmart-Tochter, betreiben – beide mit Tennant-Maschinen – riesige Flotten in ihren großflächigen Filialen. Mit QuikTrip (#3) betritt ein weiteres Schwergewicht die Automatisierungsbühne und setzt Pudu-Maschinen – vom chinesischen Hersteller – in erheblicher Zahl auf dem nordamerikanischen Kontinent ein. Ein Grund für diese Verschiebung ist, dass QuikTrip-Filialen anders als Walmart-Standorte weit weniger Platz haben – zu wenig für Tennants große Maschinen. Generell bieten die einheitlichen Layouts der Convenience-Store-Formate jedoch ideale Bedingungen für autonome Scheuersaugmaschinen, die nahtlos zwischen Aufsitz- und selbstfahrendem Modus wechseln können.
In Japan zeigt FamilyMart (#20) das entgegengesetzte Extrem. Seine kompakten Filialen verlangen kleinere Roboter, die für vollgestellte Räume ausgelegt sind. FamilyMarts mit BIB entwickelte Geräte reinigen nicht nur, sondern tragen auch Warenkörbe und dienen zugleich als bewegliche Produktdisplays – eine einfallsreiche Nutzung begrenzter Fläche.
Europa stellt noch ein weiteres Modell dar. Denner (#7) in der Schweiz und ROSSMANN (#9) in Deutschland setzen mittelgroße Geräte von Pudu und Gausium ein. Diese passen gut zu europäischen Ladengrößen, doch ihre Skalierung könnte für manche Händler aufgrund dezentraler Eigentümerstrukturen kompliziert sein. Viele Filialen sind Franchise- oder halbselbstständige Betriebe, sodass die Adoption Dutzende einzelner Entscheidungen statt eines zentralen Rollouts erfordert.
Roboter im Einzelhandelsmaßstab auszurollen, bringt erhebliche Herausforderungen mit sich. Reinigungspläne sind eine der heikelsten Fragen. In den USA und Asien haben viele Filialen rund um die Uhr geöffnet, sodass Roboter während der Öffnungszeiten zwischen Kunden navigieren müssen. In Europa und Japan, wo Schließzeiten üblicher sind, können Roboter nachts laufen – das erfordert jedoch die Integration mit Alarmanlagen, Zutrittskontrollen und Personalroutinen.
Die Einsatzlogistik ist eine weitere Hürde. Roboter müssen durch automatische Personal- oder Logistiktüren gelangen, in kleinen Lagerräumen untergebracht werden und sich mit einer Ladeinfrastruktur verbinden, die nie für sie konzipiert wurde. Jedes praktische Hindernis vervielfacht sich, wenn Hunderte Filialen beteiligt sind.
Wartung und Service auf Flottenebene werden entscheidend. Eine defekte Maschine in einer einzelnen Filiale mag unerheblich sein, doch flächendeckende Ausfälle können ganze Ketten beeinträchtigen. Servicepartner müssen über Regionen hinweg schnelle Reaktion, Ersatzteile und Softwareunterstützung bieten. Das wirft Fragen auf, wer eine solche Größenordnung bewältigen kann und zu welchen Kosten.
Auch die Wirtschaftlichkeit der Robotik variiert. In den USA ersetzen Roboter unter Umständen ausgelagertes Reinigungspersonal, sodass Kosteneinsparungen leicht zu berechnen sind. In Europa, wo das Filialpersonal die Reinigung oft selbst übernimmt, verändern Roboter eher interne Abläufe, als Personal abzubauen. Die Rechtfertigung der Investition hängt dann nicht nur von den Kosten ab, sondern von Konsistenz, Sicherheit und davon, Personal für kundennahe Aufgaben freizustellen.
Schließlich wiegt das Thema Fragmentierung schwer. Ketten, die nicht im Ranking sind, wie die deutsche Edeka, agieren als halbselbstständige Filialen. Anders als unsere Glorreichen Fünf, die eine einzige Unternehmensentscheidung treffen können, könnte die europäische Adoption bei den anderen das Überzeugen Hunderter lokaler Manager erfordern. Das schafft eine Distributions- und Einsatzherausforderung sowohl für Händler als auch für ihre Servicepartner.
QuikTrip (USA) – neu im Ranking und sofort auf #3
Neu im Ranking und sofort auf #3, tritt QuikTrip mit einem beeindruckenden Einsatz von 1.200 Pudu-Robotern an. Die in Tulsa ansässige Convenience-Kette betreibt 953 Filialen im Mittleren Westen und Süden und ist für saubere, gut geführte Standorte und durchweg starken Kundenservice bekannt. Ihr landesweiter Rollout von Pudu-Reinigungsrobotern – umgesetzt zusammen mit Pringle Robotics – hat breite Aufmerksamkeit erregt, mit unzähligen TikTok- und Instagram-Videos, in denen Kunden über die autonomen Reiniger begeistert sind.
Denner AG (Schweiz) – ebenfalls neu und direkt auf #7
Denner, die drittgrößte Supermarktkette der Schweiz mit rund 860 Filialen, taucht 2025 erstmals im Ranking auf. Sie betreibt nun rund 200 Pudu-Roboter und ist damit der bestplatzierte Schweizer Händler. Denners Eintritt spiegelt die wachsende Dynamik der Robotik in europäischen Discount-Supermärkten wider, selbst angesichts der Herausforderungen dezentralen Eigentums und variierender Ladenformate.
ROSSMANN (Deutschland) – Rang #9 im Jahr 2025 (von #16 im Jahr 2024)
ROSSMANN, eine der größten Drogerieketten Europas mit rund 4.700 Filialen in mehreren Ländern, hat unter den fünf hervorgehobenen Händlern den größten Sprung gemacht. Von 45 Robotern 2024 ist die Kette 2025 auf 170 Gausium-Einheiten gewachsen. Diese rasche Skalierung zeigt, wie schnell europäische Händler vorankommen können, sobald sich Pilotprojekte bewähren – besonders in standardisierten Drogerieformaten, in denen häufige leichte Reinigung erforderlich ist.
Supermärkte aus dem Baltikum –
neu im Ranking und mit starker früher Dynamik
Die baltische Region, seit Langem für ihre digital-vorausschauende Haltung bekannt, tritt mit mehreren Supermarktflotten ins Ranking ein, die eine bemerkenswert niedrige Hürde für die Adoption von Robotik widerspiegeln. ELVI (Lettland), IKI (Litauen) und RIMI (Lettland) erscheinen alle mit kompakten, aber wachsenden Einsätzen, was zeigt, dass Händler im gesamten Baltikum das Potenzial der Reinigungsautomatisierung klar erkennen. Während die aktuellen Flottengrößen bescheiden bleiben, unterstreicht die Präsenz mehrerer Betreiber im Ranking eine regionale Bereitschaft zu skalieren – und eine kulturelle Offenheit gegenüber Robotik, die das Baltikum als einen der vielversprechendsten Wachstumsmärkte Europas für autonome Reinigung positioniert.
Die Daten von Biggest Fleet 2025 zeigen, wie Einzelhandelsroboter eine überdurchschnittliche Auslastung erreichen und größere Flächen konsistenter reinigen als in anderen Sektoren. Doch die eigentliche Wachstumschance liegt noch vor uns. Der kleinformatige Einzelhandel – Tankstellen, Kioske und urbane Mini-Märkte – bleibt unterversorgt. Aktuelle Roboter sind oft zu sperrig oder zu teuer, während Microbots noch auf das Saugen beschränkt sind. Das fehlende Teil ist ein kompakter, erschwinglicher Scheuersaug-Roboter unter 10.000 US-Dollar – eine Entwicklung, die eine dramatische Expansion der Einzelhandelsflotten weltweit auslösen könnte.
Die Geschichte, die das Ranking Biggest Fleet 2025 erzählt, ist klar: Einzelhandelsketten übernehmen Reinigungsroboter nicht nur, sie definieren die Maßstäbe für Skalierung, Effizienz und Anpassung. Walmart und Sam's Club stehen für Konsistenz und Größe in den USA, FamilyMart zeigt Innovation in kompakten Formaten, Denner gibt ein starkes Debüt für Schweizer Supermärkte, und ROSSMANN demonstriert Europas Fähigkeit zu skalieren, sobald der Machbarkeitsnachweis erbracht ist. Der Einzelhandel bleibt mit seiner einzigartigen Kombination aus Größe, Standardisierung und betrieblicher Notwendigkeit der Sektor, der die weltweite Adoption von Reinigungsrobotern antreibt. Und sobald die nächste Generation kompakter Maschinen kommt, wird die Transformation nicht bei Verbrauchermärkten oder Drogerien haltmachen – sie wird sich bis zu den kleinsten Filialen erstrecken, die das Rückgrat des täglichen Einzelhandels bilden.
Dieser Artikel ist Teil der Ergebnisse von The Biggest Fleet 2025.