Roboter

Alles im grünen Bereich? Der Status quo des automatischen Greenkeepings

24. Juni 2023

Alles im grünen Bereich? Der Status quo des automatischen Greenkeepings

B2B oder B2C? In beiden Märkten steckt großes Potenzial

Mähroboter sind gewiss keine neue Erfindung. Seit über zwei Jahrzehnten arbeiten Unternehmen an der kontinuierlichen Verbesserung der automatisierten Rasenpflege. Wie bei Saugrobotern verschwimmen auch bei automatischen Mähern die Grenzen zwischen Privat- und Geschäftskundengeschäft. Das B2C-Geschäft dürfte noch leicht vorn liegen, wenngleich auch für den B2B-Bereich ein erhebliches Wachstum prognostiziert wird. Eine Marktanalyse von Grand View Research aus dem Jahr 2022 geht von einer Verteilung von 56 % zugunsten des B2C-Marktes aus. Für den breiten Einsatz in der professionellen Grünpflege gibt es noch einige Hürden, doch diese werden mit den neuesten Hardwaregenerationen nach und nach überwunden.

Herausforderungen, die den professionellen Einsatz bislang gehemmt haben

Privatkunden sind oft begeistert von neuen technischen Gadgets und bereit, kleinere Produktschwächen zu übersehen. Im professionellen Bereich sieht es anders aus. Kunden erwarten perfekte Reinigungs- und Rasenpflegeergebnisse. Kein Wunder also, dass der B2B-Bereich mit seinen hohen Qualitätsstandards nur allmählich automatisiert wird. Bisherige Hürden sind:

Einrichtung / Installation

Während einige Schrubb- oder Saugroboter ihre Umgebung dank der durch Wände gebildeten Begrenzungen selbst kartieren können, ist die Situation bei Outdoor-Mährobotern naturgemäß anders. Daher ist auch die Einrichtung mit mehr Aufwand verbunden. Bis vor wenigen Jahren war das Verlegen eines Begrenzungsdrahts die einzige Möglichkeit, Arbeitsbereiche abzugrenzen. Das hat sich durch den Einsatz immer besserer GPS- oder UWB-Module geändert. Die Kombination aus Kameras und KI-Objekterkennung ist jedoch ein Game-Changer – abgesehen von möglichen Datenschutzbedenken. Kein Wunder also, dass Worx etwa seinen Mäher Landroid Vision, der sich vor allem an Privatkunden richtet, als besonders einfach zu installieren bewirbt. Die Kameras des Geräts erfassen seine Umgebung, und die künstliche Intelligenz interpretiert, was sie sieht, und verhindert etwa, dass Blumenbeete gemäht werden. Dennoch kann auch dieses Gerät analoge Barrieren nicht überwinden – beim Landroid mithilfe eines auslegbaren Magnetbands. Diese Bänder hindern den Landroid am Durchfahren, etwa wenn Wildblumenwiesen o. Ä. nicht gemäht werden sollen.

Auch die anderen Top-Unternehmen der Mähroboter-Robotik haben sich vom Begrenzungsdraht verabschiedet. Mammotion etwa setzt auf eine Mischung verschiedener Technologien, um die genaue Position des Mähers zu bestimmen. Durch die Kombination aus Global Navigation Satellite System (GNSS), RTK-Technologie und IMU-Sensoren können Nutzer per App digitale Grenzen festlegen, die der Roboter nicht überschreitet.

Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass die Installation der Geräte immer einfacher wird. Diese Tatsache birgt einen entscheidenden Vorteil: Sie ermöglicht zunehmend fruchtbare Kooperationen zwischen Mensch und Maschine. Mäher lassen sich leichter draußen lassen, während sich Landschaftsgärtner um andere Teile der Grünflächen kümmern. Diese Konstellation sorgt zudem dafür, dass Geräte nicht unbeaufsichtigt bleiben und so vor einfachem Diebstahl geschützt sind.

Kraft und Ausdauer

Professionell gepflegte Rasenflächen sind nur manchmal rechteckige ebene Flächen. Sie erstrecken sich mitunter über Hunderte Quadratmeter und weisen zahlreiche Hindernisse, steile Hänge oder Gefälle auf. Die Allradroboter von Husqvarna und anderen Herstellern erklimmen längst Steigungen von bis zu 35 Grad. Neben der Fähigkeit, beträchtliche Steigungen zu bewältigen, sind Geräte mit großen Akkukapazitäten und leistungsstarken Elektromotoren erforderlich. Die stetig wachsende Akku-Expertise der Technologiebranche wird Mährobotern hier helfen (siehe Freedonia-Studie).

Arbeitsqualität

Die ersten Mähroboter, die zufällig hin und her fuhren, hatten ein unregelmäßiges Schnittmuster. Mähroboter arbeiten heute systematisch. Regelmäßiges automatisiertes Mähen führt zudem zu einer dichteren Grasnarbe. Automatisiertes Mähen ist in vielen Umgebungen inzwischen qualitativ überlegen.

Saisonale Aufgaben

Gras wächst nicht das ganze Jahr über. Außenflächen müssen jedoch ganzjährig gepflegt werden. Ob Laubblasen, Schneeräumen oder Düngen – Außenaufgaben unterliegen saisonalen Anforderungen. Themen, mit denen sich etwa Schrubbroboter nicht oder nur begrenzt befassen müssen (z. B. Verschmutzungsarten). Themen, die sich auch auf die Wirtschaftlichkeit von Mährobotern auswirken. Die ersten, ganzheitlicheren Rasenroboter sind daher spannend. Sie setzen auf die Modularität der Hardware, die es einem Roboter erlaubt, verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Hier empfehlen wir unseren Artikel zu kommenden oder bereits marktreifen Innovationen: Was kommt nach Saugen, Wischen und Mähen? Dort findest du auch einen kurzen Abschnitt zum Yarbo-Rasenmäher, der dieses ganzheitliche Konzept Wirklichkeit werden lässt.

Status quo

Die vereinfachte Installation macht den Einsatz von Robotern auf Grünflächen zunehmend möglich, selbst für kurze Zeiträume. Diese Entwicklung minimiert die Diebstahlgefahr und sorgt für eine stärker kooperative Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Mit dem Abschied vom Begrenzungsdraht ist die größte Hürde des automatisierten Mähens überwunden. Die Kombination aus Kameraaufnahmen und künstlicher Intelligenz bei der Objekt- und Umgebungserkennung könnte der Game-Changer sein, der dem automatisierten Mähen auch außerhalb privater Gärten zum absoluten Durchbruch verhilft. Doch bis dahin sind wir, wie so oft, fast am Ziel.

Wenn du dich für die Antriebe von Mährobotern interessierst, gefällt dir vielleicht unsere stetig wachsende Liste der Hersteller.